35-Stunden-Woche gefordert

Zwei linke Parteien in der Stadt Zürich fordern einen Pilotversuch für die 35-Stunden-Woche. An dem Versuch sollen sowohl Angestellte der Stadt teilnehmen, als auch interessierte Privatunternehmen.

Die Begründung der Parteien: immer mehr Angestellte leiden heute unter Stress oder Burnout oder sind überbeansprucht. Viele reduzieren jetzt schon von sich aus ihre Arbeitszeit.

Sie wollen den Versuch mit besonders beanspruchten Angestellten durchführen, die im Schichtdienst tätig sind – etwa Mitarbeiter in der Pflege, bei der Reinigung, den Verkehrsbetrieben oder der Polizei. Der Versuch soll wissenschaftlich begleitet werden, um mögliche Auswirkungen auf allgemeine Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Produktivität und den CO2-Ausstoß zu untersuchen. Außerdem soll beobachtet werden, wie sich eine Arbeitszeitreduktion auf die Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit im Haushalt auswirkt.

Kritiker der Idee sehen bei dem Versuch das Problem, dass die Stadt bei einer Reduzierung der Arbeitszeit mehr Personal einstellen müsste. Das würde zusätzliche Ausgaben in noch unbekannter Höhe bedeuten.

Der Gemeinderat soll in der kommenden Sitzung über den Vorstoß entscheiden – wegen der links-grünen Mehrheit stehen die Chancen für den Pilotversuch 35-Stunden-Woche aber recht gut.